Geimeinsame Initiative Der Israeliten Lübeck und der Bürger Stockelsdorfs

Wir sind voller Optimismus, dass ein weiteres Denkmal der lokalen jüdischen Kultur in Lübeck und Umgebung breit bekannt sein wird.

Über den jüdischen Weg in der Geschichte Lübecks gibt es viele veröffentlichte Memoiren und Forschungsarbeiten. Doch der allerletzte Satz der Forschung ist noch nicht niedergeschrieben. Das allgemeine Bild wird weiterhin durch Zellen unterschiedlicher Information ergänzt. Und unsere Gemeinde beteiligt sich aktiv an diesem Prozess.

Am Rande von Lübeck, in der Gemeinde Stockelsdorf, geengt zwischen den modernen Wohn- und Geschäftsgebäuden, liegt ein alter jüdischer Friedhof. Die Initiativgruppe unserer Gemeinde hat in den Printmedien der örtlichen Bibliothek Informationen darüber gesammelt und Folgendes herausgefunden:

Mitte des 18. Jahrhunderts in unmittelbarer Nähe von Lübeck, wo die antijüdischen Gesetze der Lübecker Republik nicht herrschten, entstand am Dorfrand von Stockelsdorf die jüdische Siedlung Fackenburg mit ihrer jüdischen Schule und dem jüdischen Friedhof. Auf unserer Internetseite (www.israeliten-luebeck.de) berichten wir ausführlich über die Voraussetzungen für die Entstehung dieses Dorfes und die Schlüsselfiguren seiner Geschichte.

Ein Jahrhundert später wurden diskriminierende Gesetze abgeschafft, und Juden begannen in große Städte zu ziehen. Das Dorf leerte sich allmählich und dann, zusammen mit ganz Stockelsdorf, schloss sich der Stadt Lübeck an. Die letzte Bestattung auf seinem Friedhof fand vor mehr als einem Jahrhundert statt.

Unsere Initiativgruppe hat beschlossen, Maßnahmen zu ergreifen, damit dieser Friedhof, der nur drei Kilometer vom Bahnhof Lübeck entfernt liegt, seinem offiziellen Status als Kulturdenkmal entspricht. Diese Idee inspirierte unseren Freund Patrick Bauer, der nun unsere Initiativgruppe leitet und seine Informationsseite im Internet pflegt (jüdischer-friedhof-stockelsdorf.de)

Die Initiativgruppe, zu der auch Alexander Zagalsky und Mischa Pikus gehören, hat Kontakt zur Verwaltung der Gemeinde Stockelsdorf aufgenommen. Bei dem Treffen am 28. Dezember 2017 bekundete der Bürgervorsteher der Gеmeinde Stockelsdorf Harald Werner Interesse an einem gemeinsamen Projekt und schlug mögliche gemeinsame Aktivitäten vor: Vorträge über die Geschichte des Friedhofs und Wohltätigkeitskonzerte mit klassischer Musik mit dem Ziel, Mitbürger für das Thema zu sensibilisieren und Spenden für dringende Reparaturen, wie z. B. den Ersatz des Eingangstors und die Zaunreparatur, in Stockelsdorf anzusparen.

Aktive Teilnahme an der Erforschung des historischen Hintergrunds des jüdischen Friedhofs sollen Schüler des Lübecker Carl-Jacob- Burkhardt-Gymnasium übernehmen. Diese Initiative wurde von einer Geschichtslehrerin, Martina Rausch, den Vertretern der Gemeinde Stockelsdorf geäußert.

Und die Pastorin der christlichen Gemeinde Almuth Jürgensen sprach sich für volle Unterstützung und gemeinsame Aktivitäten der Projekte zur Geschichte des jüdischen Friedhofs aus.

Der Künstler René Blättermann versprach, die gesammelten Informationen über Inschriften auf den Grabsteinen zu teilen, die bereits mit den technischen Methoden des Steinheim-Instituts für Geschichte der deutsch-jüdischen Geschichte gelesen wurden.

Auf Anregung von Inna Shames und Ljudmila Budnikov lud die Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Elmshorn, Alisa Fuhlsbrügge, unsere Initiativgruppe ein, um uns ihre persönlichen Erfahrungen mit öffentlichen Maßnahmen zum Wiederaufbau des alten jüdischen Friedhofs in Elmshorn mitzuteilen.

Über den bedauerlichen Zustand des Friedhofs (von den 38 noch sichtbaren Grabsteinen sind 25 stark schief oder komplett zusammengebrochen) hat unser Vorstand das Landesamt für Denkmalpflege kontaktiert und die Zustimmung bekommen, mit uns zusammenzuarbeiten, um einen Antrag auf Finanzierung von Reparaturarbeiten zu stellen.

Aber nur als Eigentümer des Friedhofs hat unsere Gemeinde das Recht, Auftragnehmer für den Wiederaufbau zu rekrutieren und Finanzierung der Aufträge zu aktivieren.

Daher plant unser Vorstand, mit dem jetzigen Eigentümer des Friedhofs, der Jüdischen Gemeinde Hamburg, die Übernahme der Besitzrechte zu verhandeln.

Wir sind voller Optimismus, dass ein weiteres Denkmal der lokalen jüdischen Kultur in Lübeck und Umgebung breit bekannt sein wird.